Objekt Nr.1

Foto von: Zarja. Website der Zeitung des Rayons Smolenskoe im Altai. Artikel: Visitenkarte, Dekoration, historisches Gedächtnis. http://zaria-gazeta.ru/

Name: Museumskomplex im Dorf Nowotyryschkino (Wohnmuseum eines deutschen Umsiedlers)
Ort: Sowjetskaja Str., 77
Eröffnungsdatum: 28. August 2006

Historisches Ereignis: Der Museumskomplex besteht aus drei Teilen, die sibirischen Bauern, deutschen Umsiedlern und Ureinwohnern des Altai gewidmet sind. Die Wohnmuseen, die auf Initiative von Alexander Alexandrovich Bengardt, Vorsitzender des Verwaltungsrates von AO „Kurort Belokurikha“, Ehrenbürger des Rayons Smolenskoe und des Dorfes Nowotyryschkino eröffnet wurden, sind der Geschichte der Beziehung zwischen dem russischen und dem deutschen Volk gewidmet.

Die Vertreter einiger Nationalitäten lebten an diesen Orten jahrhundertelang, die anderen wurden im August 1941 aus dem Wolgagebiet hierher vertrieben. Sie kamen hierher mit den wenigen Sachen, die sie mitnehmen konnten. Zuerst lebten sie in den Hütten der Sibirier und erwarben viel später ihre eigenen Häuser. Sie arbeiteten in Tischlerwerkstätten, auf den Feldern und Farmen von Kolchosen. Um nicht an Hunger zu sterben, war es zunächst notwendig, Haushaltsgegenstände und Kleidung gegen Lebensmittel auszutauschen. Bei der Gründung des Hausmuseums wurden oft  die Sachen der Deutschen von den Russen geteilt, in deren Familien diese Objekte gerade im Zuge eines solchen Austauschs auftauchten.

Beide Häuser haben ihre eigene, einzigartige Atmosphäre. Die Sachen, die sich einst in den Häusern von Menschen verschiedener Nationalitäten befanden, versüßten das schwierige Leben voller Arbeit und Sorgen. Im Haus des deutschen Umsiedlers befinden sich alte religiöse Bücher, Fotografien, viele Singer-Nähmaschinen, Werkzeuge und Möbel, die von einem örtlichen Handwerker namens Graf hergestellt wurden.

Fast alle Exponate des Wohnmuseums des deutschen Einwanderers sind nicht nur perfekt erhalten geblieben – sie sind auch heute nutzungsfähig: Das Grammophon spielt regelmäßig Schallplatten, das Rad der berühmten Singer-Nähmaschine dreht sich perfekt – auch jetzt noch strahlt die Mundharmonika recht wohltönende Melodien aus.

Foto von: Zarja. Website der Zeitung des Rayons Smolenskoe im Altai. Artikel: Visitenkarte, Dekoration, historisches Gedächtnis. http://zaria-gazeta.ru/

Objekt Nr.2

Foto von: DiamondSteel-Art. Lutherische Marienkirche. http://diamondsteel.ru/

Name: Evangelisch-Lutherische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses
Ort: Sowjetskaja Str., 84a
Eröffnungsdatum: 12. September 2011

Historisches Ereignis: Der Bau der Kirche erfolgte vor allem dank der Familie Bengardt – Alexander Alexandrovich, Anatoly Alexandrovich und Viktor Alexandrovich – drei Brüder, deren Eltern 1941 von der Wolga nach Nowotyryschkino deportiert wurden.

Zuvor musste sich die Gemeinde des Dorfes Nowotyryschkino entweder im Hausmuseum eines deutschen Umsiedlers oder in einem Dorfklub zum Gottesdienst versammeln. Mit der Entstehung der Kirche wurde dieses Problem gelöst. Auf dem Altar befindet sich ein Kruzifix, das von einem örtlichen Holzschnitzer hergestellt wurde. Er schnitzte auch ein Altarbild, das Maria, die Mutter des Herrn Jesus Christus, darstellt.

Literaturverzeichnis:
Atmosphäre. In der Altai-Region entstand eine neue Kirche. http://www.asfera.info/